Celine Lorenz beim Fliegen mit ihrem Gleitschirm

YouTube für Athlet:innen. Warum Celines Kanal funktioniert

11. September 2026

Bevor Celine ihr erstes Video hochgeladen hat, hatte sie knapp 100 Abonnent:innen. Vier Wochen und drei Videos später sind es fast 700, und das stärkste Video steht bei knapp 13.000 Aufrufen. Das ist kein Zufall und auch kein Glück. In diesem Beitrag erzählen wir, was wir beim Aufbau ihres Kanals gemacht haben, was YouTube für Athlet:innen kostet und wann es sich wirklich lohnt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Celine Lorenz hatte vor ihrem ersten YouTube-Video knapp 100 Abonnent:innen. Vier Wochen und drei Videos später sind es fast 700.

  • Das stärkste Video steht bei rund 13.000 Aufrufen, also beim knapp Zwanzigfachen der Abonnentenzahl.

  • YouTube lohnt sich für Athlet:innen dann, wenn sie etwas zeigen können, das man ohne sie nicht sehen würde.

  • Ein fester Takt schlägt viele Videos am Stück. Alle zwei Wochen ein Video ist ein guter Rhythmus.

  • Produktion kostet Geld. Wir sehen das als unternehmerisches Risiko und nicht als reine Ausgabe.

Wie wir auf das Thema gekommen sind

Die Frage, die uns Athlet:innen am häufigsten stellen, ist nicht, ob YouTube funktioniert. Sondern ob es für sie funktioniert.

Unsere Antwort hängt immer an einem Punkt. Was kannst du zeigen, das es ohne dich nicht gäbe?

Denn daran scheitern die meisten Kanäle. Wer hochlädt, was es in der Disziplin schon hundertmal gibt, wird logischerweise weniger geklickt. YouTube ist kein Ort, an dem Reichweite entsteht, weil du da bist. Sie entsteht, weil jemand etwas sehen will, das er woanders nicht bekommt.

Celine fliegt Gleitschirm. Sie startet bei Sonnenaufgang am Berg, sie erklärt, wie sie das Wetter liest, sie nimmt dich mit in die Luft. Das ist Material, das in einem 20-Sekunden-Reel verpufft und auf YouTube trägt.

Was die Zahlen nach vier Wochen sagen

Stand heute stehen drei lange Videos online, im Abstand von jeweils rund zwei Wochen.

„Why do I fly?“, 5:33 Minuten, rund 6.700 Aufrufe.
„Sunrise Hike & Fly“, 13:01 Minuten, rund 13.000 Aufrufe.
„Come Fly With Me“, 8:48 Minuten, erst seit kurzem online, rund 5.300 Aufrufe.

Die spannende Zahl ist nicht die Abonnentenzahl, sondern das Verhältnis. Vor dem ersten Upload hatte Celine knapp 100 Abonnent:innen, heute sind es fast 700. Das stärkste Video kommt auf das knapp Zwanzigfache davon an Aufrufen.

Der Algorithmus spielt die Videos also an Leute aus, die Celine vorher nicht kannten. Genau dafür ist YouTube gut und genau das macht Instagram in dieser Form nicht.

Was kann YouTube, was Instagram nicht kann?

YouTube schenkt dir Zeit. Auf Instagram hast du ein paar Sekunden, auf YouTube schaut dir jemand freiwillig dreizehn Minuten zu.

Das verändert die Wahrnehmung einer Athletin komplett. Nach dreizehn Minuten weiß man, wie sie redet, wie sie denkt, wie sie mit Zweifeln umgeht und warum sie das überhaupt macht. Das ist eine andere Tiefe als jedes Foto. Personal Brand entsteht nicht dadurch, dass man dich oft sieht, sondern dadurch, dass man dich kennt.

Warum YouTube für Sponsoren interessanter ist als ein Post

Ein Logo auf einem Bild ist ein Logo auf einem Bild. In einem Video kann eine Marke Teil der Geschichte sein. Warum dieses Material, warum diese Region, was macht das im Alltag für einen Unterschied. Das ist ehrlicher und es bleibt hängen.

Wichtig dabei ist, dass beide Seiten wissen, was vereinbart ist. Es muss nicht gleich im Vertrag stehen. Aber wer Partner einbindet, sollte vorher klären, was gezeigt wird, in welcher Form und wie oft. Sonst entsteht entweder Ärger oder ein Video, das wie Werbung aussieht. Beides willst du nicht.

Was kostet ein YouTube-Kanal für Athlet:innen?

Ganz offen, ein Filmer kostet Geld und Drehtage kosten Zeit. Bei den meisten Athlet:innen ist das am Anfang ein Minusgeschäft.

Wir sehen das trotzdem als unternehmerisches Risiko und nicht als reine Ausgabe. Wer sich weiterentwickeln will, muss an irgendeiner Stelle investieren, bevor etwas zurückkommt. Wer wartet, bis ein Sponsor die Produktion bezahlt, wartet meistens lange, weil es ohne Kanal auch nichts zu bezahlen gibt.

Was wir aus den ersten Wochen mitnehmen

Der Mensch hinter der Kamera entscheidet mit. Die Stimmung am Drehtag sieht man im fertigen Video. Wenn du dich mit deinem Filmmaker auch privat gut verstehst, wird der Inhalt automatisch authentischer. Such nicht nur nach der besten Ausrüstung, such nach der Person, mit der du gern einen ganzen Tag am Berg stehst.

Die Qualität muss nicht maximal sein. Ein ehrlicher Vlog funktioniert. Nicht jedes Video braucht Kinolook. Was es braucht, ist eine Geschichte und jemanden, der sie selbst erzählt.

Ein Rhythmus schlägt ein perfektes Einzelvideo. Alle zwei Wochen ein Video ist ein guter Takt. Dazwischen Shorts und Community-Beiträge, damit der Kanal nicht wochenlang still steht. Genau das ist der häufigste Fehler, erst drei Videos in vierzehn Tagen und dann zwei Monate nichts.

Ohne Plan wird das nichts. Du brauchst eine grobe Idee, welche Themen in den nächsten Monaten kommen und wann gedreht wird. Bei Celine hängt das zusätzlich am Wetter, also planen wir mit Puffer und Alternativen.

Titel und Thumbnail entscheiden über den Klick. Das beste Video bringt nichts, wenn niemand draufklickt. Klarer Titel, ein Bild mit Stop-Power und immer die gleiche Handschrift, damit der Kanal wiedererkennbar bleibt.

Es ist ein Long Game. Die ersten Videos sind selten die stärksten. Wer nach vier Uploads aufhört, hat nur Geld ausgegeben. Durchhalten ist hier tatsächlich die halbe Miete.

Häufige Fragen zu YouTube für Athlet:innen

Lohnt sich YouTube für meine Sportart überhaupt?
Frag dich, ob du etwas zeigen kannst, das jemand ohne dich nicht sehen würde. Perspektive, Zugang, Wissen, Orte. Wenn ja, lohnt es sich. Wenn du nur Wettkampfclips hast, die es auch beim Verband gibt, eher nicht.

Wie lange dauert es, bis man etwas sieht?
Ehrlich gesagt gibt es dafür keine belastbare Zahl, die wir dir guten Gewissens nennen könnten. Was sich in den Auswertungen von vidIQ über Millionen Kanäle zeigt, ist etwas anderes und aus unserer Sicht wichtiger. Kanäle mit einem regelmäßigen Takt wachsen verlässlicher als Kanäle, die unregelmäßig viel hochladen. Plan also lieber den Rhythmus als die Deadline.

Soll ich Sponsoren von Anfang an einbinden?
Ja, aber ehrlich und in klein. Lieber eine Marke, die wirklich zu dir gehört und sichtbar Teil deines Alltags ist, als drei Logos im Abspann. Und liefer im ersten Jahr lieber mehr, als vereinbart war. Das zahlt sich in der nächsten Verhandlung aus.

Über Celine Lorenz und athletes and friends

Celine Lorenz ist Gleitschirmpilotin und Athletin bei athletes and friends. Ihren Kanal findest du auf YouTube unter @celinelorenz.

athletes and friends ist unsere Sportmarketing- und Sponsoring-Agentur. Wir entwickeln langfristige Partnerschaften zwischen Athlet:innen und Marken, mit Fokus auf authentisches Storytelling, klare Aktivierungen und Inhalte, die wirklich geschaut werden. Mehr unter athletes-friends.de.

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