Tim im Flug mit seinen Wasserski

Athleten-Portfolios 2026: Warum die ersten 3 Seiten alles entscheiden

25. Juni 2026

Wer als Athlet:in heute ein Sponsoring-Portfolio verschickt, kämpft um eine Aufmerksamkeit, die niemand mehr hat. Ich war jahrelang auf der Brand-Seite und hab durch viele Portfolios geblättert. Heute baue ich selbst welche für meine Athlet:innen und nehme alles mit, was ich damals gelernt hab. In diesem Beitrag erzähle ich, worauf es wirklich ankommt und welche Seiten du dir komplett sparen kannst.

Wie ich auf das Thema gekommen bin

Als ich noch im Marketing bei Primus-Silva und Garmin war, kamen jeden Monat so 50 Athleten-Portfolios rein. Über mein Postfach oder die offiziellen Sponsoring-Tools.

Die meisten hab ich keine 30 Sekunden lang angeschaut.

Klingt hart, ist aber Realität. Und ich glaub, vielen anderen Sponsoring-Verantwortlichen geht es ähnlich. Wer in einer großen Marke sitzt, hat schlicht nicht die Zeit, sich jedes Portfolio in Ruhe anzugucken.

Genau deshalb ist die entscheidende Frage nicht, ob dein Portfolio schön aussieht. Sondern ob die ersten 3 Seiten klar machen, wer du bist, was du machst und warum jemand mit dir zusammenarbeiten sollte.

Was die Daten sagen

Aktuelle Studien zu Pitch-Decks (DocSend Tracking) bestätigen das, was ich aus der Brand-Zeit kenne:

65% der Entscheidung fällt in den ersten 3 Seiten.

31% klicken in den ersten 10 Sekunden weg.

Die typische „Über-mich"-Seite kriegt im Schnitt nur 2 Sekunden Aufmerksamkeit.

Diese Zahlen kommen aus dem VC-Investor-Kontext, aber das Leseverhalten ist im Sponsoring sehr ähnlich. Wer sich heute ein Portfolio ansieht, scannt es. Und wer scannt, entscheidet schnell.

Was in den ersten 30 Sekunden passieren muss

Wenn du nur 30 Sekunden Aufmerksamkeit hast, müssen folgende Fragen in dieser Zeit beantwortet sein:

Wer bist du? Name, Disziplin, größter sportlicher Marker.

Was machst du in dieser Saison? Konkrete Ziele oder Ereignisse, an denen Sponsoren sich orientieren können.

Was ist das Außergewöhnliche an dir? Eine Story, ein Anker, der dich unverwechselbar macht.

Warum sollte sich die Marke mit dir beschäftigen? Konkreter Bezug, der zu ihr passt.

Wenn diese vier Punkte in den ersten 3 Seiten klar werden, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass das Portfolio weiter gelesen wird. Wenn nicht, ist es meistens raus.

Was ich heute anders mache

Heute schicke ich selbst Portfolios raus, für meine Athlet:innen. Was ich aus der Brand-Zeit mitnehme, prägt jeden Entwurf: kürzer ist eigentlich immer besser. 6 bis 8 Seiten reichen. Klare Story, ehrliche Zahlen, konkretes Angebot. Mehr braucht keiner.

Konkret heißt das:

Cover-Seite: Athlet:in, Disziplin, größter sportlicher Erfolg, eine Bildwelt, die sofort funktioniert.

Story-Seite: 3 bis 5 Sätze über die Person hinter dem Sport. Nicht den ganzen Lebenslauf.

Saison und Ziele: Was steht an, was ist greifbar.

Reichweite und Aktivierungsmöglichkeiten: Was bringt die Athlet:in einer Marke konkret rein.

Angebot: Was kostet wie, was bekommt die Marke dafür.

Kontakt: ohne Suchen.

Das war's. Mehr braucht es selten und wenn doch, ist es individuell anzubauen, nicht standardmäßig.

Wie eine starke Cover-Seite aussieht

Ein Beispiel: ein Teil des Covers, das wir gerade für Tim Wild (Wasserski-Weltmeister U21 2025) gebaut haben.

Auf einer Seite ist alles drin, was du in den ersten Sekunden brauchst: ein Action-Foto mit Stop-Power, der wichtigste sportliche Marker, die drei Disziplinen, Insta-Handle, Branding. Wer das Cover sieht, weiß sofort: Wasserski, top Niveau, jung, vermarktet von uns. Keine Fragen, keine Suche.

Genau das ist der Anspruch an Seite 1.

Drei Fragen, die mir Athlet:innen oft stellen

Wie lang sollte mein Portfolio sein?

6 bis 8 Seiten sind in den meisten Fällen ideal. Wer 14 oder 20 Seiten schickt, ist auf der sicheren Seite, was Information angeht, verliert aber die meisten Leser:innen schon vorher. Lieber kürzer und stark als lang und durchwachsen.

Brauche ich auf jeden Fall eine „Über mich"-Seite?

Ja, aber kürzer als die meisten denken. Maximal 5 Sätze über deine Person, idealerweise mit einer persönlichen Note, die deine Werte rüberbringt. Die typischen langen Biografien werden im Schnitt 2 Sekunden gelesen, das ist verschenkter Platz.

Soll ich konkrete Preise nennen oder lieber „auf Anfrage"?

Konkrete Angebote sind fast immer besser. Marken wollen wissen, womit sie rechnen müssen, bevor sie ein Gespräch ansetzen. „Preis auf Anfrage" ist eine Hürde, die du dir sparen kannst.

Über Tim Wild und athletes and friends

Tim Wild ist 3-Disziplinen-Wasserski-Athlet und Weltmeister U21 2025 in Slalom, Tricks und Jump. Mehr zu Tim findest du auf Instagram @tim.wild07.

athletes and friends ist meine Sportmarketing- und Sponsoring-Agentur. Wir entwickeln langfristige Partnerschaften zwischen Athlet:innen und Marken, mit Fokus auf authentisches Storytelling, klare Aktivierungen und Portfolios, die wirklich gelesen werden. Mehr unter athletes-friends.de.

Wenn du gerade an deinem Portfolio sitzt

Wenn du gerade an deinem eigenen Sponsoring-Portfolio arbeitest und unsicher bist, ob die ersten 3 Seiten halten, was sie versprechen müssen, schick mir gern einen Blick drauf. Manchmal hilft schon ein Außenblick, um zu sehen, was raus kann und was rein muss.

Und wenn du das Thema in deinem Verein, deiner Sportschule oder mit einer Gruppe von Athlet:innen vertiefen willst: ich biete dazu auch Workshops an. Einfach kurz anfragen.

Und falls du dich fragst, ob du das alles allein bauen sollst oder mit Unterstützung, melde dich. Ich freu mich auf den Austausch.

zur Übersicht